Baltikum

Gastfreundschaft, Hitze und verstrahltes Land

Dieser Reisebericht stammt aus der Feder von Maren!

Die Fähre nach Lettland ist keine typische Touristenroute. Außer uns sind vier Motorradfahrer und etliche Truckerfahrer an Bord. Gierig verschlingen sie drei mal am Tag ihre vollbeladenen Buffet-Tablets und sitzen russisch-klönenend zusammen, sichtlich zufrieden und ausgelassen, da sie ja die zweitägige Fährfahrt nicht am Steuer sitzen brauchen.

 

Ich freu mich, ich freu mich so dolle dass schon auf dem Schiff der Hauch des Ostens spürbar, die Tür zu einer anderen Kultur, einer Veränderung, offen steht. Als wir mitten in der Nacht das lettische Festland in Liepaja erreichen, stellen wir wenige Kilometer nördlich des Hafens bei Dunkelheit unser Zelt am Strand auf. Wir ahnen dabei nicht dass wir uns auf der verwilderten, ehemaligen Hauptbasis der russischen Ostseeflotte befinden. Wo einst 30 Atom-UBoote und 140 Kriegsschiffe stationiert waren, brechen die kilometerlange Betonhafenanlage, die von Wellen, Wind und Wetter angefressenen Bunker und Schießanlagen einfach so ins Meer ab. Es ist ein spannender aber auch verwahrloster Ort. Grusel und Furcht überkommt einen bei jedem Schritt tiefer hinein in die riesigen unterirdischen Anlagen. Die feuchte Luft im Inneren riecht nach Pippi und Kadaver. Schnell wieder raus hier!

Die darauf folgenden Kilometer durch Lettland, Lithauen und Polen fressen wir nur so auf. Mit 20 Kmh rauschen wir durch endlos flaches Gefilde vorbei an blumigen Wiesen und satt-grünen Wäldern. Einfache, zierliche Höfe wirken wie kleine Nester eingebettet in sommerlich wuchernden Feldern. Es ist heiß und wir sind sehr dankbar um die Seen der Masuren, weniger allerdings um die Stechmücken die uns am Abend das Leben schwer machen, einem jegliche Freude am campen nehmen können. Scheiß Viecher!!

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