Kasachstan

dieser Reisebericht stammt aus der Feder von Maren!

Aber wie es im Leben manchmal so ist, fallen Abschiede zwar schwer, überrascht und inspiriert einen das Neue aber dann um so mehr. So geht es mir mit Kasachstan. Kiefernwälder, funkelnde Gräser in der Abendsonne, anderer Geruch und weniger Stechmücken erwarten uns hinter der Grenze und wiedermal unglaubliche Gastfreundschaft der Menschen, wo ich doch dachte, dass sie wie bisher erlebt, nicht mehr zu übertreffen ist.

 

Wir verbringen einige Tage in Semey (Stadt im norden Kasachstans) bei Azat und seiner Familie. Zum Abschied bekommen wir (fürs Radfahren nicht ganz so praktische) traditionelle Kleider geschenkt. Eine bestickte Weste und Kopftuch für mich und für Christian einen Hut.

Das ist immer am schönsten und intensivsten, wenn man die Gelegenheit hat für mehr als einen Tag bei Einheimischen mit zu leben, zu erleben wie gelebt wird. Danach dann wieder im Zelt zu wohnen, irgendwo in der Pampa, umgeben von wilder Natur, bietet dass dann wieder Gelegenheit zu Verarbeiten, zur Ruhe zu kommen und zu genießen.

 

 

Als wir in einen alten Truck steigen, der unbedingt möchte dass wir einige Kilometer mit ihm mit fahren. Wir dann Schaschlikspieße essend (die hat der Fahrer extra für uns an der Tanke gekauft), bei laut aufgedrehter ModernTalking Mukke in der Fahrerkabine schlaglochpistig durchgeschaukelt werden, freuen wir uns total dass alles mal wieder anders kommt als gedacht, uns der Tag wiedermal überrascht hat. Wie immer.
Reisen ist SCHÖN!

Jetzt sind wir seid ein paar Tagen in Almaty, der größten Stadt Kasachstan, planen die Etappen der nächsten Wochen, genießen die Vorzüge dieser erstaunlich modernen und wohlhabenden Stadt, trinken richtig echten Cappuccino mit Milchschaum (Ahh, mein Herzlein hüpft vor Freude, denn danach habe ich mich so gesehnt), essen Fastfood und genießen den Aufenthalt in einem kleinen Apartment, das ein netter Couchsurfer Radreisenden und Hitchhikern zur Verfügung stellt und das ausschließlich für diesen Zweck genutzt wird. Kostenfrei. Unglaublich!  

Die Menschen sind offenherziger als ich es mir vorstellen hätte können. Die Natur berührender, wilder und weiter als gehofft. Die Wege sind holperiger (mag daran liegen, dass wir es immer so wählen, denn wo´s holpert da ist´s schön ;)). Das Leben ist einfacher und besitzloser. Sowohl das der Einheimischen als auch unser Campingleben. Außer dem Eis aus der Orangerie, Maultaschen oder der schaumigen Milch auf dem Kaffee vermisse ich jedoch nichts. Ich liebe die frischlich-knackigen Duscheinheiten im Bach, die frische Luft im Zeltbettchen und die Windböen die die Zeltwände gemütlich knistern lassen. Ich staune täglich über die Aussichten, das Panorama das sich uns bietet in unserem kostenfreien kleinen und mobilen Tenthotel.

Die Steilheit der Wege, das erklettern der Pässe ist anstrengender,zwingt uns nur all zu oft dazu die Räder zu schieben und trotzdem fällt es mir leichter als befürchtet. Ja manchmal müssen wir einfach nur laut lachen über die Wahl unserer Routen. Aber sie sind abwechslungsreich, spektakulär und nun mal viel bezaubernder als einfach die asphaltierte Hauptstraße durchs Land zu nehmen. Dort nämlich, auf den langen geraden Strecken, die sich manchmal auch nicht umgehen lassen, bin ich mental ziemlich herausgefordert. Ich bin am verzweifeln wenn ich am Anfang des Tages schon sehe wo wir am Abend das Zelt aufstellen werden. (Da hilft nur Hörspiel)

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